Corrado Modelländerungen '92

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In der Corrado Entwicklungsgeschichte bescherte uns VW mit dem Modelljahr 1992 die größten Änderungen. Nachfolgend die Zusammenfassung:
Mit dem Corrado hat Volkswagen im Herbst 1988 erstmals einen reinrassigen Sportwagen auf den Markt gebracht. An bewährte VW-Technik mit Front-Quermotor und Frontantrieb angelehnt, war der Corrado dennoch ein völlig neues Auto.

Das neue Corrado-Programm

Mit Beginn des Modelljahres 1992 wird der Corrado in drei Versionen angeboten: Corrado 16V als Einstiegsmodell, Corrado VR6 als Spitzen-Sportler und der bewährte Corrado G60 Jet als Kompressor-Sportwagen. Allen '92er Corrados gemeinsam ist ein neues, kräftigeres Front-Design mit neuer Motorhaube, neuem Grill und Frontend und jeweils eine modellspezifisch eigenständige Innenausstattung.

Kraft aus 6 Zylindern

Spitzenmodell der Corrado-Reihe ist der neue Corrado VR6. Mit 2,9 l Hubraum und 140 kW (190 PS) bei 5800/min beflügelt sein Sechszylindermotor ihn zu überaus respektablen Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 235 km/h, Beschleunigung von Null auf 100 km/h in 6,9 s. Bei der 2,9-l-Version des VR6-Motors beträgt das Drehmomentmaximum 245 Nm bei 4200/min.

Die Mehrleistung von zwölf kW gegenüber dem VR6 in Golf und Passat ist das Ergebnis aus einer Hubraumvergrößerung, gepaart mit Feinarbeit im Ein- und Auslassbereich. Der Zuwachs an Hubvolumen resultiert aus einer von 81 auf 82 mm erweiterten Zylinderbohrung. Zusammen mit dem unveränderten Kolbenhub von 90,3 mm ergibt sich daraus ein Gesamthubraum vom 2861 cm3. Damit bleibt auch dieser Volkswagen-Sechszylinder ein zeitgemäßer Langhuber. Zeitgemäß deshalb, weil ein Langhubkonzept sowohl den Kraftstoffverbrauch - und damit den CO2-Ausstoß - als auch die Schadstoff-Rohemissionen minimiert. Folgerichtig liegen die Verbrauchswerte des Corrado VR6 auf niedrigem Niveau. So beträgt der Wert für konstant 90 km/h 7,2 l/100 km, bei konstant 120 km/h sind es 8,8 l/100 km. Zusammen mit dem Wert für die Stadtfahrt von 13,6 l/100 km ergibt sich ein Drittel-Mix aus den genannten DIN-Werten von 9,9 l/100 km.

Neben günstigen Verbrauchswerten sorgt ein langer Hub auch für ein hohes Drehmoment (245 Nm bei 4200/min), was dieser Motor mit seiner ausgeprägten Elastizität (60 auf 100 km/h im fünften Gang in 11,0 s) eindrucksvoll belegt. Durch seine spezielle Bauform eignet sich der Sechszylinder aus Wolfsburg auch im kompakten Sportwagen Corrado hervorragend für den Quereinbau. Das Konzept des Volkswagen VR6 kombiniert die Vorteile eines Reihensechszylinders mit denen der klassischen 60- oder 90-Grad-V-Bauweise, ohne deren jeweilige Nachteile zu übernehmen.
Die beiden Zylinderreihen des VR6 stehen unter dem gemeinsamen Dach eines Leichtmetallzylinderkopfs mit ungleich langen Ein- und Auslasskanälen in Querstromanordnung. Zwei vierfach gelagerte Nockenwellen betätigen jeweils zwei senkrecht hängende Ventile pro Zylinder. Hydraulische Tassenstößel sorgen für automatischen Spielausgleich und mindern die routinemäßigen Wartungsarbeiten.

Für die Gemischbildung setzt Volkswagen eine Bosch Motronic ein. Dabei handelt es sich um eine Anlage, die mit je einem Klopfsensor pro Zylinderreihe für jeden Zylinder einzeln die Klopfgrenze ermittelt und den Zündzeitpunkt festlegt. Die einzuspritzende Kraftstoffmenge wird für jede Zylinderreihe separat festgelegt und zugeteilt.

Serienmäßig sorgen fünf Gangstufen für die Umsetzung der Sechszylinder-Motorkraft in Vortrieb. Das bewährte, seilzuggeschaltete Fünfganggetriebe wurde für den Einsatz im Corrado VR6 in den Gangübersetzungen wie auch in der Dimensionierung dem hohen Motordrehmoment angepasst. Wahlweise ist der Corrado VR6 - wie auch die 16V- und die G60-Version - mit einem Vierstufen-Automatikgetriebe lieferbar, das über ein Economy- und ein Sport-Schaltprogramm verfügt.

Das neue VR6-Fahrwerk

Der Corrado VR6 erhält das Plus-Fahrwerk, das die Messlatte für sehr leistungsstarke Frontantriebsfahrwerke auf eine bislang unbekannte Höhe legt. Das hohe Drehmoment des 2,9-l-Motors erforderte eine Überarbeitung der Vorderachse in einer Weise, die Antriebseinflüsse auf die Lenkung verhindert. Das gelang den Volkswagen-Technikern durch eine deutliche Reduzierung des sogenannten Störkrafthebelarms, an dem die Vortriebskräfte wirken. Durch die konstruktive Verringerung dieses Hebelarms  von 51,3 auf 40 mm werden die Antriebseinflüsse weitgehend unterdrückt. Zusammen mit der Erhöhung des Nachlaufs und einem Nachlaufversatz ergibt sich ein hervorragender Geradeauslauf und eine reduzierte Spurrillenempfindlichkeit.

Zusätzlich beinhaltet das Plus-Fahrwerk des Corrado VR6 eine steifere Auslegung der Servolenkung und eine angepasste Feder-/Dämpferabstimmung mit Gasdruckstoßdämpfern hinten. Serienmäßig rollt das Sportcoupe, auf 6,5 x 15 Zoll großen Leichtmetallrädern im BBS-Design mit Fünflochbefestigung, die Breitreifen in der Dimension 205/50 R 15 tragen.

Entsprechend den möglichen Fahrleistungen des 140-kW-Motors wurde die Bremsanlage des Corrado VR6 ausgelegt. Innenbelüftete 280-mm-Scheiben vorn, 226-mm-Scheiben hinten, ABS serienmäßig, mit diesen Zutaten bekommt der Sportwagenfahrer eine höchst leistungsfähige Verzögerungseinrichtung mit auf den Weg.

Als Gegenstück zur leistungsfähigen Bremse erhält der Corrado VR6 serienmäßig die elektronische Differentialsperre EDS. Sie nutzt die elektronischen Komponenten des Antiblockiersystems. Wenn auf einseitig glatter Fahrbahn beispielsweise das rechte Vorderrad durchdrehen will, bremst EDS es ab und leitet die überschüssige Antriebskraft auf das linke Vorderrad. Besonders vorteilhaft ist bei dieser elektronischen Sperre, dass sie weder das Fahrverhalten negativ beeinflusst noch den Lenkkomfort beim Anfahren beeinträchtigt.

Der neue Corrado-Vierventiler: Starker Einstieg

Als Alternative zum neuen Sechszylinder sowie zum bewährten G60-Triebwerk bietet Volkswagen einen Zweiliter-Vierventiler im Corrado 16V an. Gedacht als preiswerte Basismotorisierung lässt dieser Motor gleichwohl keine Leistungswünsche in seiner Klasse offen. Die Nennleistung beträgt 100 kW (136 PS) bei 5800/min, was für eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h ausreicht. Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h benötigt der Corrado 16V 9,3 s.

Der sportliche Charakter des agilen Zweiliters wird durch die Lage und die Höhe des maximalen Drehmoments bestätigt: 180 Nm bei 4400/min . Dennoch bleibt für den Alltag eine ordentliche Durchzugskraft aus niedrigen Drehzahlen erhalten, wie die Beschleunigung von 60 auf 100 km/h im fünften Gang beweist: Für diese Übung benötigt der Zweiliter-Corrado 12,5 s.

Die Technik des Zweiliter-16V ist robust und ausgereift. Der quer eingebaute Vierzylinder hat 1984 cm3 Hubraum, resultierend aus 82,5 mm Bohrung und 92,8 mm Hub. Das Motormanagement übernimmt eine Bosch K-Motronic. Für gute Kraftstoffausnutzung im ökonomischen wie im ökologischen Sinne sorgt u.a. die mit 10,8 : 1 hoch angesetzte Verdichtung, optimiert durch eine zylinderselektive Klopfregelung.

Im Ergebnis zeigen zum einen die genannten Leistungsdaten den Erfolg, zum anderen die Kraftstoffverbrauchswerte. Im Stadtverkehr verbraucht der Corrado 16V 12,3 l/100 km, bei konstant 90 bzw. 120 km/h sind es 6,0 bzw. 7,6 l100 km. Der Durchschnitt dieser Werte, der sogenannte Drittel-Mix, beträgt 8,6 l/100 km.

Nicht unbeteiligt an der effizienten Leistungsumsetzung ist das serienmäßige Fünfgang-Schaltgetriebe, das über einen kurzen Schalthebel via Teflon-Bowdenzüge präzise und leichtgängig zu bedienen ist. Als Sonderausstattung ist eine Vierstufen-Automatik lieferbar.

Das Fahrwerk des Corrado 16V entspricht im wesentlichen dem des Corrado G60: Frontantrieb mit Servolenkung, 15-Zoll-Fahrwerk mit sportlicher Abstimmung, Breitreifen 195/50 R 15 auf Sechs-Zoll-Leichtmetallrädern. Die Bremsanlage verfügt serienmäßig über ABS, die elektronische Differentialsperre EDS ist als Mehrausstattung lieferbar.

Der Corrado G60 Jet

Wie der Corrado VR6 und der Corrado 16V stellt der Corrado G60 Jet in Ausstattung und Anspruch eine Modellversion mit eigenem Charakter dar. Dementsprechend unterscheidet er sich von den Schwestermodellen. Sein äußeres Merkmal sind die Sechs-Zoll-Leichtmetaller im Design Estoril mit Breitreifen der Größe 195/50 R 15.

Im Innenraum fallen die speziellen Sitzbezüge auf. Es handelt sich um Stoffe, die als Basisfarbe Schwarz und als Kontrapunkte Rot, Blau oder Violett einsetzen. In den gleichen Farben sind auch die Türverkleidungen aus Kunstleder gehalten. Im Fond wurde die durchgehende Rücksitzbank analog gestaltet, ebenso die 1/3 zu 2/3 geteilt nach vorn umlegbaren Lehnenteile. Das Drei-Speichen Sportlenkrad mit 360 mm Durchmesser hat einen umschäumten Lenkkranz, der Schalthebelknauf und die Schalthebelmanschette sind in Kunstleder ausgeführt.

Der Corrado G60 Jet verfügt über den bewährten 1,8-l-G-Ladermotor mit 118 kW (160 PS). Serienmäßig ist das Fünfgang-Schaltgetriebe, gegen Mehrpreis gibt es das Vierstufen-Automatikgetriebe.

Die modifizierte Corrado-Karosserie

Nicht nur technisch, auch optisch tritt der Corrado '92 sichtlich gestärkt auf. Insbesondere die Fahrzeugfront strahlt mit neuer Kraft: nach oben gezogene Sicken machen die Motorhaube kräftiger, der drei-lamellige Kühlergrill unterstreicht diesen Eindruck. Die Radhäuser sind verbreitert worden. Neu als Sonderausstattung: die Scheinwerferreinigungsanlage.

Im Innenraum der neuen Corrado-Generation fallen die aktualisierten Dessins auf. Im VR6 sitzt man auf Stoff-Sportsitzen in "Flock-Diagonale", wahlweise gegen Mehrpreis auch auf Leder. Serienmäßig gibt es im Corrado VR6 ein Lederlenkrad sowie Leder an Schalthebelknopf, -manschette und Handbremshebelgriff, die Rücksitzbank als Einzelsitze mit Mittelarmlehne, Rücksitzlehne geteilt klappbar, Zentralverriegelung sowie elektrisch e Fensterheber.

Der Corrado 16V bietet serienmäßig eine abgerundete Sportausstattung. Dazu zählt wie erwähnt ABS genauso wie Leichtmetallräder und die Servolenkung. Ferner umfasst die Serienausstattung elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, höheneinstellbare Sportsitze und ein umschäumtes Sportlenkrad. Die Sitzbezüge sind in Flachgewebe "Domino" gehalten. Gegen Mehrpreis u.a. lieferbar: Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber.

Sicherheit

Zur erweiterten Sicherheitsausstattung des Corrado im Modelljahr 1992 zählen Biegeträger in den Türen zur weiteren Minderung von Unfallfolgen aus Seiten-Crashs sowie als aktives Sicherheitsmerkmal die seitlichen Blinkleuchten.

 Sicherheit

(Quelle: Pressemitteilung VW, von mir modifiziert)